Hauptmann Oswald Boelcke

Anno 1891 wurde unser deutscher Fliegerheld Oswald Boelcke in Giebichenstein geboren. Im Vierjährigen Krieg erzielte er 40 Abschüsse und wurde zum Vater unserer deutschen Jagdflieger. Er hätte wohl noch erheblich mehr Abschüsse erzielt, wenn ihn Ende Oktober Anno 1916 nicht ein Unfall jäh aus dem Fliegerkampf gerissen hätte. Daher übertraf ihn sein Schüler Manfred von Richthofen um das Doppelte. Seine Fliegerlehren sollte man gut beherzigen, allen Lenkwaffen zum Trotz. Unser Boelckes wird nun ein wenig das Opfer seines eigenen Erfolges und auf Dienstreise geschickt, damit die anderen Jagdflieger ihren Rückstand ein wenig aufholen können: http://gutenberg.spiegel.de/buch/hauptmann-bolckes-feldberichte-8426/1

„Die Gelegenheit, wieder einmal gegen die Engländer zu fliegen, nutzte ich in D. gründlich aus. Es gefiel mir so gut, daß ich meine Abreise nach S. immer weiter hinausschob. Einen Abend flog ich einen der Halberstädter Doppeldecker; das war das erste Erscheinen dieser Maschine an der Front. Da sie etwas Ähnlichkeit mit den englischen B. E. hat, gelang es mir, einen Engländer vollkommen zu überraschen. Ich kam auf fünfzig Meter unbemerkt heran und beschoß ihn kräftig. Doch da ich zu schnell herangekommen war, und die Maschine noch nicht so in der Hand hatte wie den Fokker, fiel der Engländer nicht gleich. Ich ging unter ihm weg, er machte sofort kehrt und ging nieder. Ich stieß hinter ihm her, doch hatte ich durch Stemmung des Gurtes Ladehemmung, mußte abbiegen, und bis ich erfaßt hatte, woran der Fehler lag, war der Gegner fort. Am nächsten Tage bin ich noch zweimal an Engländer herangekommen. Das erstemal war es ein Geschwader von sechs Vikers. Ich startete, als die Gesellschaft in L. war, die anderen Fokker von D. mit mir. Da ich die schnellste Maschine hatte, kam ich zuerst an den Gegner. Ich nahm mir einen vor und habe ihn ordentlich zerpflückt, muß ihn auch gut getroffen haben, da einmal aus seinem Motor (hintenliegend) eine große gelbe Rauchsäule herausqualmte. Ich dachte, jeden Augenblick müsse er brennen, doch entkam er mir im Gleitflug über die Linien und ist nach Meldung der Infanterie zwei Kilometer hinter der Front gelandet. Ich habe ihn nicht ganz erledigen können, weil ich mich rechts verschossen und links Ladehemmung hatte. Inzwischen waren die anderen Fokker auch an das Geschwader herangekommen. Ich sah noch eine 160 P.S. (Mulzer) einen Engländer sehr schneidig bearbeiten, da dieser aber bald Unterstützung erhielt, kam ich Mulzer wenigstens dadurch zu Hilfe, daß ich den einen Engländer annahm und von Mulzer wegzog. Daß ich nicht mehr schießen konnte, wußte ja der Gegner nicht. Mulzer sah und erkannte mich und griff dann nochmals frech an. Leider hatte er auch nur denselben halben Erfolg wie ich kurz zuvor, und als Mulzer umkehrte, flog ich auch zurück. Am Mittag kam ich nochmals an einen Engländer, doch entwischte mir dieser, da er sofort in Wolken ging. – Unterdessen hatte der Kronprinz einmal, der Stabsoffizier mehrmals angerufen, ich sollte sofort zurückkehren. Ich hatte zuerst erwidert, ich wolle besseres Wetter abwarten, worauf mir schließlich gesagt wurde, bei schlechtem Wetter solle ich mit der Bahn fahren. Na, denn half es nichts, und am nächsten Morgen flog ich nach S. zurück. Hier fand ich ein Telegramm vor: „Hauptmann Bölcke meldet sich sofort beim Chef des Feldflugwesens. – Er steht zur Verfügung der Obersten Heeresleitung.“ – Meine Freude war groß, glaubte ich doch bestimmt, zur Zweiten Armee zu kommen, wo die englische Offensive gerade begann. Am Nachmittag meldete ich mich beim Kronprinzen ab, doch kamen mir hier schon Zweifel, da er meine weitere Verwendung vollkommen im unklaren ließ. Am nächsten Tag meldete ich mich beim Chef des Feldflugwesens in C., und siehe da, meine Erwartungen wurden in jeder Weise übertroffen: Ich sollte vorläufig nicht weiter fliegen, sondern bei C. einen ruhigen Posten übernehmen, um meine »Nerven« zu schonen. Meine Wut kann man sich vorstellen. Ich soll mich bei C. in eine Kaltwasserheilanstalt setzen und in den Himmel starren. Wenn ich irgendeinen Wunsch hätte, sollte ich es nur sagen, nur fliegen dürfte ich vorläufig nicht mehr. Meine Wut kann man sich vorstellen. – Als ich sah, daß gegen die Entscheidung nichts auszurichten war, meinte ich, ehe ich mich nach C. setzte, ginge ich lieber auf Urlaub, und wenn es möglich wäre, würde ich mir bei dieser Gelegenheit einmal die anderen Fronten ansehen. Das wurde dann, nachdem ich mit Wilhelm kurz telephoniert hatte (auch der freute sich, anstatt mich zu bedauern), in die Form gebracht: „Hauptmann B. tritt im Auftrag des … nach der Türkei usw. eine Dienstreise an.“ Wenn das auch kein Ersatz für meine Arbeit war, so war es doch wenigstens ein Pflaster auf die Wunde. – Ich fuhr dann sofort nach S., um meine Sachen zu packen und die zwei Tage, die mir noch blieben, kräftig zum Fliegen auszunutzen. Ich flog den Abend noch zweimal, die Zeit mußte ausgenutzt werden. Trotz sehr schlechten Wetters hatte ich auch beim zweiten Male das Glück, fünf Franzosen an der Front zu treffen. Einer wagte sich in greifbare Nähe und wurde von mir attackiert. Er war ziemlich tief und über seinen Gräben, doch in meiner augenblicklichen Stimmung war mir das ganz gleichgültig. Ich ging an ihn heran, bearbeitete ihn mit beiden Maschinengewehren, bis ich ganz nahe war, zog dann die Maschine über ihm weg, machte eine Kurve, wollte ihn wieder angreifen, doch fand ich ihn nicht mehr (es war auch schon sehr dunkel). Als ich nach Hause kam, erkundigte ich mich, ob der Bursche vielleicht abgestürzt sei, doch wußte niemand Bescheid. Am nächsten Tage war schlechtes Wetter, und ich flog deshalb zu Wilhelm hinüber, um einige Sachen zu besprechen und ihm Lebewohl zu sagen. Nun kann man sich mein Erstaunen vorstellen, als ich nachmittags im Funkenbericht lese: „Gestern wurde bei Douaumont ein französisches Flugzeug abgeschossen.“ Das konnte nur meines sein, weil ich wegen des schlechten Wetters an dieser Stelle der Front der einzige Deutsche gewesen war. Ich klingelte also sofort den Stabsoffizier an und erkundigte mich: Ja, das sei gestern abend ein Fokker gewesen, aber man wußte nicht, wer. Ich teilte ihm darauf Zeit, Ort und nähere Umstände meines Kampfes mit, worauf er sehr erstaunt war und mir sofort für weitere Fälle das Fliegen verbot. Er wollte sich noch nach Näherem erkundigen. Am nächsten Morgen kamen dann die überraschenden Angaben: Das feindliche Flugzeug, das über unserer ersten Linie angegriffen wurde, ist, da heftiger Südwest war, in unsere Linien gefallen. Das war sehr schön für mich. Jetzt, nachdem ich nach meiner Beförderung zum Hauptmann noch einen positiv heruntergeholt und alle Lügennachrichten des Feindes Lügen gestraft hatte, wurde mir das Scheiden von der Front nur noch halb so schwer. Auch die anderen, meine Staffel, Monteure, Freunde usw., alle freuten sich. Um aber eine etwaige Wiederholung solcher Seitensprünge vollkommen zu unterbinden, mußte ich noch am selben Tage nach Ch. Freude hat es mir gemacht, daß ich noch bei meinem Weggang alle meine vier Monteure zu Gefreiten machen und drei von ihnen das Eiserne Kreuz überreichen konnte. In Ch. habe ich nur noch kurz meine Vorbereitungen, Pässe usw. für meine Reise besorgt und bin jetzt auf dem Wege nach Dessau-Berlin. Am Tage meiner Abfahrt war ich zum Frühstück bei Seiner Majestät befohlen, der, mich begrüßend, meinte: „Sehen Sie wohl, jetzt haben wir Sie an die Leine gelegt.“ Komisch, alle Leute freuen sich, daß ich vorläufig im Glashaus sitzen muß. Das schlimmste an der ganzen Geschichte ist, daß ich gerade jetzt, wo durch die englische Offensive eine noch nie dagewesene feindliche Fliegertätigkeit herrscht und wo man meine Erfahrungen benutzen könnte, in vorläufige Zwangsruhe versetzt werde.“

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Johann Gottlieb Fichte

Anno 1762 wurde im Dörfchen Rammenau unser großer deutscher Denker Johann Gottlieb Fichte geboren. Neben unserem Ernst Moritz Arndt kann man ihn wohl den geistigen Führer und Vordenker im Kampf gegen die welsche Fremdherrschaft nennen. Seine Reden an unsere deutsche Nation sind von hohem und bleibenden Wert. Im Kampf gegen die VS-amerikanische Fremdherrschaft von heute können sie fast Eins zu Eins übertragen werden, wenn sich Napoleon auch keiner Kolonisten gegen uns Deutsche bedient hat. Aber selbst für den Umgang mit Ausländern im Alltag weiß unser Fichte Rat: So tun als wären diese gar nicht da und wir Deutschen unter uns alleine. Vom Geschick schien unser Fichte nicht für die Laufbahn eines Denkers bestimmt zu sein, da er als Kind von Webern geboren wurde. Jedoch erkannte sein Gutsherr von Miltitz seine Begabung und ermöglichte ihm eine Ausbildung an der Landesschule Pforta bei Naumburg. Und so konnte unser Fichte dich studieren und Professor werden. Seine Werke befassen sich mit so Fragen wie dem geschlossenen Handelsstaat, der Grundlage der Wissenschaftslehre oder der Bestimmung des Menschen. Ich lasse nun noch unseren Fichte vor den Gefahren der Selbstsucht und von deren politischer Verkörperung, dem Liberalismus, warnen: http://www.zeno.org/Philosophie/M/Fichte,+Johann+Gottlieb/Reden+an+die+deutsche+Nation

„Irgendwo, sagte ich im Eingange meiner Rede, habe die Selbstsucht durch ihre vollständige Entwickelung sich selbst vernichtet, indem sie darüber ihr Selbst, und das Vermögen, sich selbstständig ihre Zwecke zu setzen, verloren habe. Diese nunmehr erfolgte Vernichtung der Selbstsucht war der von mir angegebene Fortgang der Zeit, und das durchaus neue Ereignis in derselben, das nach mir eine Fortsetzung meiner ehemaligen Schilderung der Zeit so möglich wie notwendig machte; diese Vernichtung wäre somit unsere eigentliche Gegenwart, an welche unser neues Leben in einer neuen Welt, deren Dasein ich gleichfalls behauptete, unmittelbar angeknüpft werden müßte, sie wäre daher auch der eigentliche Ausgangspunkt meiner Reden; und ich hätte vor allen Dingen zu zeigen, wie und warum eine solche Vernichtung der Selbstsucht aus ihrer höchsten Entwickelung notwendig erfolge. Bis zu ihrem höchsten Grade entwickelt ist die Selbstsucht, wenn, nachdem sie erst mit unbedeutender Ausnahme die Gesamtheit der Regierten ergriffen, sie von diesen aus sich auch der Regierenden bemächtigt, und deren alleiniger Lebenstrieb wird. Es entsteht einer solchen Regierung zuförderst nach außen die Vernachlässigung aller Bande, durch welche ihre eigene Sicherheit an die Sicherheit anderer Staaten geknüpft ist, das Aufgeben des Ganzen, dessen Glied sie ist, lediglich darum, damit sie nicht aus ihrer trägen Ruhe aufgestört werde, und die traurige Täuschung der Selbstsucht, daß sie Frieden habe, so lange nur die eigenen Grenzen nicht angegriffen sind; sodann nach innen jene weichliche Führung der Zügel des Staats, die mit ausländischen Worten sich Humanität, Liberalität und Popularität nennt, die aber richtiger in deutscher Sprache Schlaffheit und ein Betragen ohne Würde zu nennen ist. Wenn sie auch der Regierenden sich bemächtigt, habe ich gesagt. Ein Volk kann durchaus verdorben sein, d. i. selbstsüchtig, denn die Selbstsucht ist die Wurzel aller andern Verderbtheit, – und dennoch dabei nicht nur bestehen, sondern sogar äußerlich glänzende Taten verrichten, wenn nur nicht seine Regierung eben also verdirbt; ja die letztere sogar kann auch nach außen treulos und pflicht- und ehrvergessen handeln, wenn sie nur nach innen den Mut hat, die Zügel des Regiments mit straffer Hand anzuhalten, und die größere Furcht für sich zu gewinnen. Wo aber alles eben genannte sich vereinigt, da geht das gemeine Wesen bei dem ersten ernstlichen Angriffe, der auf dasselbe geschieht, zu Grunde, und so, wie es selbst erst treulos sich ablöste von dem Körper, dessen Glied es war, so lösen jetzt seine Glieder, die keine Furcht vor ihm hält, und die die größere Furcht vor dem Fremden treibt, mit derselben Treulosigkeit sich ab von ihm, und gehen hin, ein jeder in das Seine. Hier ergreift die nun vereinzelt stehenden abermals die größere Furcht, und sie geben in reichlicher Spende, und mit erzwungen fröhlichem Gesichte dem Feinde, was sie kärglich und äußerst unwillig dem Verteidiger des Vaterlandes geben; bis späterhin auch die von allen Seiten verlassenen, und verratenen Regierenden genötigt werden, durch Unterwerfung und Folgsamkeit gegen fremde Pläne ihre Fortdauer zu erkaufen; und so nun auch diejenigen, die im Kampfe für das Vaterland die Waffen wegwarfen, unter fremden Panieren lernen, dieselben gegen das Vaterland tapfer zu führen. So geschieht es, daß die Selbstsucht durch ihre höchste Entwicklung vernichtet, und denen, die gutwillig keinen andern Zweck, denn sich selbst, sich setzen wollten, durch fremde Gewalt ein solcher anderer Zweck aufgedrungen wird.“

Haus-, Hof- und Staatskanzler Klemens von Metternich

Anno 1773 wurde in Koblenz unser großer deutscher Staatsmann Klemens von Metternich geboren, der als Neuordner Europas und Widersacher Napoleons in Erscheinung trat. Anno 1801 trat er in den österreichischen Staatsdienst ein und wurde schon Anno 1809 zum Außenminister gemacht. Seine Aufgabe bestand vorerst daran das angeschlagene Österreich zu erhalten und erst Anno 1813 konnte er die welsche Vorherrschaft über Europa brechen und unser deutsches Vaterland vom napoleonischen Joch befreien. Dabei hatte er es freilich nicht eilig, da es auch galt eine russische Vorherrschaft über Europa zu verhindern. Daher verhandelte er erst und trat nach dem Scheitern der Verhandlungen auf die Seite Preußens. Die Folge davon war die Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht von Leipzig. Anno 1814 wurde der welsche Gewaltherrscher dann auch schon gestürzt und Europa auf dem Wiener Kongress neu geordnet, wobei unser Metternich seine Vorstellungen weitgehend durchsetzen konnte. Da eine Wiederherstellung des alten deutschen Kaisertums unmöglich erschien, schuf Metternich stattdessen den Deutschen Bund. Eine Notlösung, deren Folgen auch die Bismarcksche Reichseinigung von Anno 1866/71 nicht wieder ungeschehen machen konnte. Der bundesstaatliche Unfug ging weiter und führt mittlerweile dazu, daß es Unwissende gibt, die behaupten, es gäbe deutsche Völker (und nicht Stämme). Ganz so als hieße unser altes deutsches Reich Heiliges Römisches Reich deutscher Nationen und nicht deutscher Nation! Nach Anno 1815 leitete Metternich zwar weiterhin die österreichische Außenpolitik, wurde aber im Inneren weitgehend entmachtet. Das düstere Kapitel der Demagogenverfolgung muß man unserem Geburtstagskind an seinem Freudentag indes nicht gerade auftischen. In seinem Politisches Glaubensbekenntnis von Anno 1820 verrät uns unser Metternich, was ihn nach dem Sturz Napoleons so umtrieb. Nämlich der Kampf gegen die umstürzlerischen Umtriebe:

„Außerdem gibt es kaum eine Zeit, in der sich den Umstürzlern nicht eine bestimmte Gelegenheit zum Zusammenrufen bietet. Dieser Ruf besteht seit dem Jahre 1815 in dem nach einer Verfassung. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Dieser Begriff, der einer breiten Interpretation offen steht, wäre nur unvollständig verstanden, würde man annehmen, daß die Umstürzler ihm in verschiedenen Regierungsformen unterschiedslos den gleichen Sinn zuweisen würden. Dies ist keineswegs der Fall. In den reinen Monarchien hat es die Bedeutung einer „Nationalvertretung“, in den Ländern, die seit kurzem einem Repräsentativsystem unterliegen, verschreibt es sich der Herausbildung und Gewährleistung von Rechtskatalogen und Grundgesetzen. In dem einzigen Staat, der über eine alte Nationalvertretung verfügt, verfolgt es ein Reformziel. Überall steht es für Wandel und Aufruhr. Zusammengefaßt bedeutet es für eine reine Monarchie, daß „der Stand der Gleichheit oberhalb Eurer Köpfe verläuft, daß Eure Vermögen in andere Hände übergehen und daß Euer über Jahrhunderte befriedigtes Bestreben Platz macht für ungeduldige und bislang unterdrückte Bestrebungen.“ In einem einer neuen Regierungsform unterworfenen Staat bedeutet es, „daß bislang befriedigte Bestrebungen solchen des Morgen weichen, und die Folgen erleben wir schon.“ In England schließlich, dem einzigen Staat der dritten Kategorie, vereinigt der Ruf nach Versammlung – derjenige nach Reform – die beiden Bedeutungen. Dem unparteiischen Betrachter bietet sich daher ein zugleich bedauernswertes wie bizarres Europa. Überall finden wir Völker, treu Gott und ihrer Herrschaft ergeben, die einzig dem Wunsch nach Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung Ausdruck geben und mit Befremden den Versuchungen und Überredungen der Umstürzler gegenüberstehen, die sich ihre Freunde nennen und die sie in unerwünschte Veränderungen hineinziehen wollen! Die Regierungen haben ihren festen Standpunkt verloren; verschreckt, verängstigt und irregeführt durch diese Rufe von Seiten der gesellschaftlichen Mittlerkräfte, welche, zwischen König und Volk sitzend, das Zepter des einen brechend und die Stimme des anderen usurpierend, sich aller Mittel des Thrones bemächtigt haben; dieser Klasse, die so häufig vom Volk nicht anerkannt wird, wenn sie sich anmaßt, in seinem Namen zu sprechen, und die dennoch so sehr gehört, geliebkost und gefürchtet wird; wobei ein einziges Wort sie in die Unbedeutendheit verweisen könnte. Wir beobachten, daß diese Mittlerklasse sich in blindem Eifer und mit einer Erbitterung geriert, die eher von ihrer eigenen Furcht zeugt als daß sie Vertrauen in den Erfolg ihrer Unternehmungen fördert; und zwar mit allen Mitteln, die ihr angemessen erscheinen, um ihren Durst nach Macht zu stillen und sich dazu verwendet, die Könige davon zu überzeugen, daß deren Rechte sich darauf beschränken, auf einem Thron zu sitzen, ebenso wie es das Recht dieser Kaste sei, zu regieren und all das anzugreifen, was über Jahrhunderte an Heiligem und Gutem auf die Menschheit gekommen ist; und den Wert der Vergangenheit zu verneinen und sich selbst zum Schöpfer der Zukunft zu ernennen. Wir beobachten, wie sich diese Klasse alle Masken überzieht, sich je nach ihren Bedürfnissen vereinigt oder spaltet, sich untereinander bei Angriffen beisteht und am nächsten Tag jeweils über jeden neuen Sieg lästert. Sie ist es, die sich der Presse bemächtigt, diese befehligt und sie nur benutzt, um Gottlosigkeit und Ungehorsamkeit gegenüber den Gesetzen der Religion und des Staates zu preisen, und die sich selbst vergißt bis zur Grenze, daß sie Mord als Pflicht predigt – wenn man es so will. Eine ihrer Koryphäen in Deutschland definiert die öffentliche Meinung folgendermaßen: „Der Geist der Partei wurzelt fest im Willen des Menschen“; eine Richtlinie, die nur allzu oft praktisch umgesetzt wird und zu wenig von den Menschen erkannt wird, die zugleich das Recht und die Aufgabe haben, die Gesellschaft vor ihren eigenen Fehlern und ihren eigenen Schwächen zu schützen sowie vor den Verbrechen des Klüngels, der so tut als ob er in ihren Interessen handelt.“

Die zweite Schlacht von Sedan

Anno 1940 schlug unser Panzerheinz Guderian die zweite Schlacht von Sedan. Es gelang ihm hier die welsche Front zu durchbrechen und zum Ärmelkanal vorzustoßen. Damit waren die Streitkräfte der westlichen Landfeinde geteilt und dies führte nicht nur zur würdelosen Flucht der Engländer bei Dünkirchen, sondern auch zum völligen Zusammenbruch des welschen Heeres. Wir dürften hier also getrost von einer Entscheidungsschlacht sprechen. Ich finde es immer putzig, wenn die Landfeinde zähneknirschend unsere deutschen Siege einräumen müssen und dabei macht die zweite Schlacht von Sedan und mit ihr unser ganzer Feldzug gegen die Welschen und Engländer keine Ausnahme: https://www.youtube.com/watch?v=wbKYbLUkIpk Ein Grund mehr diesen gewaltigen Sieg unserer alten Panzerhelden, angeführt von unserem Panzerheinz Guderian, zu feiern. Vorzugsweise mit Met, dem Panzergetränk. Dazu lesen wir Panzertiere euch natürlich den Guderianschen Schlachtbericht aus seinen „Erinnerungen eines Soldaten“ vor, denn ihr sollt ja auch etwas lernen und nicht nur trinken. Wir befinden uns am Vorband des entscheidenden Durchbruchs bei Sedan: https://archive.org/details/heinz-guderian-erinnerungen-eines-soldaten-1960

„Am 14. Mai früh meldete die tapfere I. Panzerdivision, daß sie ihren Einbruch während der Nacht erheblich erweitern konnte und Chemery durchschritten habe. Also auf nach Chemery! An der Maas Tausende von Gefangenen. Bei Chemery Befehlsempfang der Kommandeure der I. Panzerdivision, dem ich beiwohnte. Auf die Meldung vom Anmarsch starker französischer Panzerkräfte setzte die I. Panzerdivision ihre verfügbaren Panzer zum Angriff in Richtung Stonne an, während ich mich an die Maas-Brücke begab, um vermittels meiner dort bereitgestellten Befehlsstaffel den bevorzugten Übergang der II. Panzerbrigade unmittelbar hinter der I. zu veranlassen, damit dem französischen Stoß mit ausreichenden Kräften begegnet werden konnte. Dieser scheiterte bei Bulson unter Verlust von 20 Panzern, bei Chemery unter Verlust von 50 Panzern. Das Infanterieregiment „Großdeutschland“ nahm Bulson und ging von dort auf Villers-Maisoncelle vor. Kurz nach meiner Abfahrt griffen leider deutsche Stukas die Menschenansammlung in Chemery an und verursachten betrübliche Verluste. Inzwischen hatte die II. Panzerdivision die Maas bei Donchery überschritten und war im Begriff, die südlichen Uferhöhen zu ersteigen. Ich fuhr dorthin, um mich vom Stand des Gefechts zu überzeugen, traf die verantwortlichen Kommandeure, die Obersten von Vaerst und von Prittwitz, an den Anfängen ihrer Verbände und konnte an die Maas zurückkehren. Dort entwickelte sich nun ein lebhaftes Bomben durch die feindlichen Flieger. Es gelang den sehr tapfer angreifenden Franzosen und Engländern nicht, die Brücken zu treffen, aber ihre Verluste waren sehr beträchtlich. Die Flak hatte ihren Ehrentag und schoß ausgezeichnet. Am Abend hatte sie etwa 150 Abschüsse erzielt. Der Regimentskommandeur, Oberst von Hippel, erhielt später hierfür das Ritterkreuz. Inzwischen vollzog sich in ununterbrochenem Strom der Übergang der II. Panzerbrigade über den Fluß. Gegen Mittag erschien zu unser aller Freude der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, Generaloberst von Rundstedt, um sich von der Lage zu überzeugen. Mitten auf der Brücke erstattete ich ihm meine Meldung, gerade während eines erneuten Fliegerangriffs. Er fragte trocken: „Ist das hier immer so?“ Ich konnte mit gutem Gewissen bejahen. Dann sprach er sehr herzliche Worte der Anerkennung für die brave Truppe. Wieder vor zur I. Panzerdivision! Ich traf den Divisionskommandeur in Begleitung seines ersten Generalstabsoffiziers, Major Wende, und stellte ihm die Frage, ob die ganze Division nach Westen abgedreht werden könne, oder ob ein Teil noch als Flankenschutz mit der Front nach Süden ostwärts des Ardennen-Kanals verbleiben müsse. Wende platzte in die Überlegung mit den Worten: „Klotzen, nicht Kleckern!“, einer oft von mir gebrauchten Redewendung. Die Frage war damit entschieden. Die I. und II. Panzerdivision erhielten unverzüglich den Befehl, mit allen Kräften rechtsum zu machen, den Ardennenkanal zu überschreiten und nach Westen vorzugehen mit dem Ziel, den Durchbruch durch die französische Front zu vollenden. Um die Bewegungen beider Divisionen in Einklang zu bringen, begab ich mich zum Stabe der II. Panzerdivision auf die Maas-Höhe über Donchery, im Chäteau Rocan. Von dort hatte man einen guten Überblick über das Anmarsch- und Angriffsgelände der II. Panzerdivision vom 13. und 14. 5. Ich wunderte mich, daß die französische Fernkampfartillerie aus der Maginot-Linie unseren Anmarsch nicht stärker beschossen und beeinträchtigt hatte. Das Gelingen unseres Angriffs kam mir beim Anblick dieser Stellung noch nachträglich fast wie ein Wunder vor. Am Nachmittag zurück zum Gefechtsstand, um das Zusammenwirken der Divisionen für den 15. 5. zu regeln. Dicht hinter meinem Korps war das XLI. Armeekorps Reinhardt gefolgt und seit dem 12. 5. rechts neben das XIX. Armeekorps in Richtung auf Mezieres-Charleville angesetzt worden. Es hatte am 13. 5. den Maas-Übergang erzwungen und kämpfte sich nun in westlicher Richtung vorwärts. Das XIV. Armeekorps unter General von Wietersheim war mir unmittelbar nachgeführt worden und mußte bald an der Maas erscheinen. Die I. Panzerdivision hatte bis zum Abend mit starken Teilen den Ardennen-Kanal überschritten und Singly und Vendresse gegen lebhaften Widerstand erreicht. Die X. Panzerdivision hatte mit ihren Panzern die Linie Maisoncelle Raucourt-et-Flabas überschritten und mit der Masse die Höhen südlich Bulson-Thelonne erreicht und dabei über 40 Geschütze erbeutet. Für das XIX. Armeekorps kam es darauf an, das beherrschende Höhengelände von Stonne zu erreichen, um dem Feinde jede Einwirkungsmöglichkeit auf die Maas-Brücken zu nehmen und den nachfolgenden Verbänden den ungestörten Flußübergang zu sichern. Der Angriff auf diese Höhen hatte am 14. 5. zu schweren Kämpfen beim Infanterieregiment „Großdeutschland“ und der X. Panzerdivision geführt. Der Ort Stonne hatte mehrfach den Besitzer gewechselt. Am 15. sollten diese Kämpfe zum Abschluß gebracht werden.“

Die Schlacht bei Chotusitz

Anno 1742 besiegte Friedrich der Große die Österreicher in der Schlacht von Chotusitz und dieser Sieg wird – zur üblichen Förderung des preußischen Militarismus – gefeiert und zwar mit unserem altdeutschen Panzergetränk Met und dem friedrichschen Schlachtbericht und Geschichtswerken. Bei Chotusitz standen sich 28,000 Österreicher und 24,000 Preußen gegenüber. In der Schlacht ging es drunter und drüber, aber Friedrich der Große behielt einen kühlen Kopf und fiel den Österreichern im entscheidenden Augenblick in die Flanke. Die Schlacht kostete die Österreicher 18 Kanonen, zwei Fahnen und 7000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen. Die Verluste der Preußen beliefen sich auf 3600 Tote und Verwundete. Zur Feier der Schlachtensiege Friedrichs des Großen ist es Brauch, sich die alten Friedrich der Große Filmschinken anzusehen. So wollen wir es auch bei der Schlacht von Chotusitz halten und daher gibt es jetzt den Film „Fridericus“ zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=vDwq0v4720s Die Bewegungen und Pläne, die zur Schlacht von Chotusitz führten schildert uns Friedrich der Große in seiner „Geschichte meiner Zeit“ wie folgt: http://friedrich.uni-trier.de/de/volz/2/9/

„Das Heer des Königs in Böhmen war in drei Korps geteilt: 16 Bataillone und 20 Schwadronen deckten das Hauptquartier zu Chrudim; 10 Bataillone und 20 Schwadronen unter dem Oberbefehl von Ieetze standen in der Gegend von Leitomischl, und mit der gleichen Anzahl hielt Kalckstein Kuttenberg besetzt. Diese drei Korps konnten in zweimal 24 Stunden zueinander stoßen. Außerdem standen zwei Bataillone in der Festung Glatz; ein Bataillon deckte die Magazine zu Königgrätz und je eins die Vorräte zu Pardubitz, Podiebrad und Nimburg. Die Elbe floß also parallel hinter den preußischen Quartieren her, und die Magazine waren so angelegt, daß die Armee dem Feinde immer entgegenrücken konnte, mochte er kommen, von welcher Seite er wollte. Der Fürst von Anhalt war stärker als nötig, weil er keinen Feind vor sich hatte. Er behielt 18 Bataillone und 60 Schwadronen, um Oberschlesien zu decken, und schickte den General Derschau mit 8 Bataillonen und 30 Schwadronen zur Verstärkung der Armee nach Böhmen. Als diese Verstärkung noch unterwegs war, traf die Nachricht ein, daß der Prinz von Lothringen Mähren verlasse und über Deutsch-Brod und Zwittau gegen Böhmen vorrücke. Man erfuhr sogar, daß Feldmarschall Königsegg, der eigentliche Führer des Heeres, gesagt habe, man müsse gerade auf Prag losgehen und unterwegs die Preußen schlagen. Er glaubte sie nur 15,000 Mann stark und hielt seine Übermacht für bedeutend genug, um ein so schwaches Korps ohne die geringste Gefahr anzugreifen. Man hat den Feldmarschall getadelt, daß er bei einem Feldzuge im eigenen Lande so schlechte Nachrichten hatte. Aber das war nicht ganz seine Schuld. Böhmen neigte mehr zu Bayern als zu Österreich. Die Preußen paßten gut auf und beobachteten sorgfältig alle, die sie etwa verraten konnten. Schließlich kamen Truppen an und andre gingen fort, sodaß diese verwickelten Bewegungen von den Bauern nicht durchschaut werden konnten. So urteilt man über Heerführer! Ihre Kunst besteht im Kombinieren. Ob sie nun schlechte Spione haben, ob ihre Anordnungen schlecht ausgeführt werden, immer trifft sie der Tadel. Trotzdem drängt sich der Ehrgeizige zum Oberbefehl.“

Kaiserin Maria Theresia

Anno 1717 wurde in Wien unsere alte deutsche Kaiserin Maria Theresia geboren. Die erste Frau auf dem deutschen Kaiserthron seit den Tagen der kaiserlichen Regentinnen der Ottonen und Salier. Und gleich den alten Kaiserinnen herrschte auch Maria Theresia im Namen ihrer männlichen Verwandten: Zuerst von ihrem Mann Franz I. und dann von ihrem Sohn Joseph II. – was letzterem nicht unbedingt gefallen hat. Geherrscht hat sie von Anno 1740 bis Anno 1780. Auf die anerkennenden Worte, die Friedrich der Große für seine Feindin gefunden hat, wurde schon verwiesen und die Größe der geschichtlichen Leistung Maria Theresias kann man nicht zu hoch anschlagen. Spanien sank beim Erlöschen der Habsburger von einer Großmacht zum Spielball der anderen Mächte herab, während Maria Theresia das Erbe ihrer Vorväter (fast ungeschmälert) behauptete und zur Stammmutter des lothringischen Kaiserhauses wurde (mit sechzehn Kindern übrigens in sehr wörtlichem Sinne). Den Streit mit Friedrich dem Großen um Schlesien und den daraus folgenden Siebenjährigen Krieg mag man tadeln, geschichtlich blieb er folgenlos. Preußen behauptete sich und erwarb sich, durch die Abwehr dreier Großmächte, sogar großen Ruhm und den Rang des erstes Kriegsstaates in Europa. Die segensreiche Staatsreform der Maria Theresia wirkte in Österreich lange nach, ebenso ihre Bemühungen zur Steigerung der österreichischen Kriegsmacht – man könnte sagen, daß es Maria Theresia war, die unser Österreich in die Lage versetzt hat, mit Napoleon zu streiten. Haydns Kaiserquartett bietet sich zur Feier des Geburtstages von Maria Theresia geradezu an, immerhin wirkte Haydn zum Großteil am Wiener Hof. Daher sei das Kaiserquartett nun auch gespielt: https://www.youtube.com/watch?v=Gp67GkY8x1w In der Geschichte Maria Theresias des Alfred von Arneth drückt Maria Theresia nun die Daumen, daß die Sache mit der pragmatischen Sanktion gelingt; wobei ihr hauptsächlich Ärger mit den Wittelsbachern zu drohen scheint: https://archive.org/details/geschichtemariat01arneuoft

„So eifrig die Königin sich bemühte, ihre Kriegsmacht und ihre Finanzen in befriedigenderen Zustand zu versetzen, so war doch Niemand mehr als sie von dem aufrichtigen Bestreben, den Frieden so lang als möglich zu erhalten, und von der Erkenntnis durchdrungen, nichts so sehr als die Fortdauer der Ruhe Europas sei in ihrem Interesse gelegen. Deshalb sah sie es als eine ihrer dringendsten Aufgaben an, sich mit den hervorragendsten Mächten in gutes Einvernehmen zu setzen, und darum legte Bartenstein schon in der ersten Sitzung der Konferenz die Weisungen vor, welche an die Repräsentanten Österreichs in Frankreich und England, in Preußen und Sachsen zu ergehen hatten. Der Tod des Kaisers wurde gemeldet und die förmliche Notifikation dieses Ereignisses so wie des Regierungsantrittes der Königin im voraus angekündigt. Hieran reihte sich die Versicherung, in den bundesfreundlichen Gesinnungen beharren zu wollen, von denen der verstorbene Kaiser beseelt war, und der Ausdruck der zuversichtlichen Erwartung, die Mächte, welche sich zur Gewährleistung der pragmatischen Sanktion anheischig gemacht haben, würden jetzt, wo der Augenblick dazu gekommen sei, diese Verpflichtung wirklich erfüllen. Auch an die Mehrzahl der übrigen Regierungen wurden ähnliche Schreiben gerichtet, und an die Höfe der deutschen Kurfürsten noch insbesondere Personen von hervorragendem Range abgesendet, um den Tod des Kaisers zu notifizieren und den daran geknüpften Erklärung und Begehren der Königin größeren Nachdruck zu verleihen. Diese Maßregeln waren um so mehr an der Zeit, als die Schritte gegen die Verwirklichung der pragmatischen Sanktion in der Tat nicht lang auf sich warten ließen. Noch während Karl VI. sich am Leben befand, war Kurfürst Karl Albrecht von Bayern mit förmlichen Ansprüchen auf die Nachfolge in Österreich hervorgetreten. Er stützte dieselben nicht so sehr auf das vermeintliche Erbrecht seiner Gemahlin, der zweitgeborenen Tochter Josephs I., als auf die letztwilligen Bestimmungen des Kaisers Ferdinand I., durch welche, wie er behauptete, dieser Monarch den Nachkommen seiner an Herzog Albrecht von Bayern vermählten ältesten Tochter Anna die Erbfolge in Österreich für den Fall vorbehalten habe, daß der Mannesstamm des Hauses Habsburg erlöschen sollte. Graf Perusa, des Kurfürsten Gesandter in Wien, hatte zur Begründung dieser Ansprüche Einsicht in das Original des Testamentes und Mitteilung einer beglaubigten Abschrift desselben verlangt. Dieses Begehren war jedoch bloß mündlich geschehen, und in Wien behauptete man aus schwer begreiflichen Gründen demselben nur dann willfahren zu können, wenn es schriftlich vorgebracht würde.“

Generaloberst Kurt Student

„Durch den Einsatz von Fallschirm- und Luftlandetruppen kann der Angreifer die oben umrissenen Aufgaben noch gründlicher und nachhaltiger lösen. Verhältnismäßig schwache Kräfte vermögen das Eingreifen ungepanzerter Reserven in der unangenehmsten Weise zu verzögern. Wichtige Punkte im Hinterlande des Verteidigers können besetzt, zu Stützpunkten und zu Versorgungsbasen für den herannahenden Panzerangriff eingerichtet werden. Im Zusammenwirken mit Panzern lassen sich die rückwärtigen Verbindungen und Einrichtungen des Gegners empfindlich stören und schädigen, unter Umständen sogar die Flughäfen angreifen.“

Lesen wir bei unserem Panzerheinz Guderian in seinen Panzerlehren und der Mann, der unsere deutschen Fallschirmjäger geschaffen hat, unser Generaloberst Kurt Student, wurde Anno 1890 im neumärkischen Dorf Birkholz geboren. Anno 1910 trat er in unser deutsches Heer ein und kämpfte im Vierjährigen Krieg als Jagdflieger.Sechs Abschüsse er zielte unser Student. Auch nach dem Verbot der Landfeinde hielt er unserer deutschen Luftwaffe die Treue und arbeitete heimlich an deren Wiederaufbau. Was er seit dem Sturz der Novemberverbrecher offen tun konnte. Anno 1938 nahm die Aufstellung unserer Fallschirmjäger Fahrt auf und so konnten diese bereits Anno 1940 in Norwegen und gegen die Welschen eingesetzt werden. Der Erfolg war durchschlagend. In Norwegen besetzten unsere Fallschirmjäger den Osloer Flughafen und trotzen bei Narvik – im Verbund mit unseren Gebirgsjägern – einer vielfachen Übermacht. Im Feldzug gegen die Welschen und Engländer erstürmten sie das belgische Fort Eben-Emael und besetzten die Brücken bei Moerdijk, womit die Festung Holland von Innen gesprengt wurde. Zusammen mit unseren Gebirgsjägern eroberten sie Anno 1941 die Insel Kreta aus der Luft, wobei sie unser Generaloberst Student persönlich anführte und eine doppelte Übermacht schlug. Weitere Luftlandeschlachten erfolgten dann von unsere Seite leider nicht mehr und unsere Fallschirmjäger kämpften zu Fuß im Westen, Italien und Rußland – wobei besonders die zähe Verteidigung von Monte Cassino zu erwähnen ist. Anno 1944 halfen unser Generaloberst Student und seine Fallschirmjäger fleißig dabei mit, daß Unternehmen Marktgarten – das größte Luftlandeunternehmen der Kriegsgeschichte – zum Scheitern zu bringen. Den Nornen hatte es nämlich gefallen, unsere I. Fallschirmarmee in der Gegend von Arnheim anwesend sein zu lassen – sehr zum Verdruß vom alten Scheißhaus Monty.

Unternehmen Trappenjagd

„Welche Vorteile bietet die Ausnutzung der Geschwindigkeit und des vergrößerten Fahrbereichs der Panzer? Gelingt der Angriff, so tritt der Schlachterfolg schnell, auf großer Breite und in großer Tiefe ein; das Eingreifen feindlicher Reserven, besonders das verkrafteter oder gar gepanzerter Einheiten, kommt zu spät; das im Kriege nicht gelöste Problem der Ausnutzung des Erfolges wird lösbar, der Durchbruch und die Verfolgung wieder möglich. Der Krieg gewinnt oder behält den Charakter des Bewegungskrieges. Die Panzertruppe gewinnt damit nicht nur eine örtliche, taktische Bedeutung auf dem Schlachtfeld, sondern eine weitreichende, operative auf dem Kriegsschauplatz.“ (Heinz Guderian, Achtung Panzer!)

Wie Recht unser Panzerheinz mit diesem Ausspruch hat, zeigt auch das Unternehmen Trappenjagd, dessen Jahrestag wir heute feiern. Anno 1942 wurde es geschlagen und eine einzige Panzerdivision genügte, um die russische Front zu durchbrechen und in den ersten Tagen der Schlacht zwei Drittel der feindlichen Streitmacht einzukesseln. Daneben besaß unser Manstein fünf Divisionen Fußvolk und zwei rumänische Divisionen, um deren Kampfkraft es nicht allzu gut bestellt war. Verloren haben die Russen beim Unternehmen Trappenjagd 1130 Geschütze, 260 Panzer und 170,000 Gefangene. Von ihren beiden Armeen konnten sich nur ein paar Trümmer übers Meer retten. Das Unternehmen Trappenjagd hat natürlich auch eine Vorgeschichte. Die Russen hatten ursprünglich ihre zwei Armeen auf Kertsch gelandet, um unserer XI. Armee in die Flanke zu fallen. Jedoch vermochten sie deren Linien nicht zu durchbrechen. Den Ausgang der letzten Kämpfe lesen wir in den Verlorenen Siegen unseres Mansteins:

„Inzwischen war hinter dieser Front die vom OKH zugeführte, neu aufgestellte XXII. Panzerdivision eingetroffen. Angesichts der aufs äußerste gespannten Lage entschloß sich das Armeeoberkommando, diese Division zum Gegenangriff einzusetzen. Ziel dieses Angriffs sollte es sein, die in der eigentlichen Enge von Parpatsch verlaufende frühere Hauptkampflinie wiederzugewinnen und dabei die auf dem Nordflügel in unserem zurückgebogenen Frontbogen stehenden zwei bis drei feindlichen Divisionen abzuschneiden. Ich war mit meinem engsten Führungsstab wiederum auf einen Gefechtsstand dicht hinter die gefährdete Parpatschfront gegangen, um die Vorbereitungen des Gegenangriffs, der vom Generalkommandos XLII geleitet werden sollte, selbst übersehen zu können. Der Angriff, der am 20. März stattfand und dem sich auf den Flügeln die XLVI. und CLXX. Infanteriedivision anschließen sollten, mißlang. Die Panzerdivision stieß im Frühnebel auf eine sowjetische Angriffsbereitstellung. Es zeigte sich, daß es ein Fehler des Armeeoberkommando gewesen war, diese neu aufgestellte Division ohne vorherige Erprobung und Übungen im Verbande in einen Großkampf zu werfen. Während hier ihr Angriff, obwohl er auf ein verhältnismäßig enges Ziel begrenzt war, scheiterte, hat die Division wenige Wochen später, nachdem sie ihre Verbandsausbildung bei Übungen unter kriegsmäßigen Bedingungen vervollkommnet hatte, die in sie gesetzten Erwartungen voll erfüllt. Aber was blieb uns in der aufs äußerste gespannten Lage anderes übrig, als diesen Einsatz der Panzerdivision zu wagen? Immerhin hatte er dem Gegner einen Schock versetzt und im kritischsten Augenblick seine Bereitstellung an einem neuen Großangriff gehemmt. Dieser erfolgte jedenfalls nunmehr erst am 26. März und konnte vom XLII. Armeekorps abgeschlagen werden. Der Feind hatte diesmal nur vier Divisionen eingesetzt, sei es, daß er die Angriffskraft seiner übrigen Verbände in den bisherigen Kämpfen wenigstens vorübergehend erschöpft hatte, sei es, daß er es vorzog, sich infolge des erstmaligen Auftretens von Panzern auf unserer Seite mit einem nur eng gesteckten Ziel zu begnügen. Inzwischen traf, während die XXII. Panzerdivision zur Auffrischung hinter die Front genommen war, auch die XXVIII. leichte Division (Die neuen „leichten“ Divisionen waren nicht wie die früheren ein Mittelding zwischen Panzer- und motorisierter Division, sondern entsprachen in ihrer Gliederung und Ausrüstung mehr der der Gebirgsdivision. Sie wurden später in Jägerdivision umbenannt.) mit den ersten Teilen hinter derselben ein. Wir konnten einem neuen feindlichen Angriff nun beruhigt entgegensehen. Er erfolgte – als letzte feindliche Anstrengung, die Krim wiederzugewinnen – am 9. April mit sechs bis acht Schützendivisionen und unter Einsatz von 160 Panzern. Bis zum 11. April war er unter schweren Verlusten für den Gegner abgeschlagen. Die feindliche Angriffskraft war damit an dieser Stelle endgültig erschöpft. Die tapferen Divisionen, die diese Abwehrschlacht trotz ungeheurer Beanspruchung durchgestanden hatten, konnten sich erholen, wenn auch keine Möglichkeit bestand, sie aus der Front zu ziehen. Das Armeeoberkommando aber ging nach einem schweren, unerhört krisenreichen Winter an seine nächste Aufgabe, die Vorbereitung der eigenen Offensive zur endgültigen Vertreibung der Sowjets von der Krim.“

Unser Panzerkampfwagen IV das alte Arbeitstier

Unseren Panzerkampfwagen IV wollen wir heute ein wenig hochleben lassen. Seine Feuertaufe und Indienststellung hat unser altes Arbeitstier zwar schon Anno 1939 in Polen erlebt, aber erst zum Westfeldzug Anno 1940 war er in hinreichender Stückzahl vorhanden. Unter unseren Panzerkampfwagen ist unser Panzer IV sozusagen das Chamäleon. Er hat nämlich nicht nur seine Aufgabe mit unserem Panzer III getauscht – mit seiner kurzen 7,5cm-Kampfwagenkanone war er nämlich ursprünglich für die Fußvolkunterstützung vorgesehen -, sondern veränderte seine Gestalt in fast jeder Ausführung beträchtlich. Stellenweise sieht er fast aus wie ein Tigerpanzer. Entwickelt wurde er ab Anno 1934 von unserer Firma Krupp und von seinen Ausführungen A, B, C, D, E, F, H und J wurden insgesamt 8500 Stück gebaut – zum Vergleich: Unser Panther brachte es auf 6000, unser Tiger auf 1200 und unser Königstiger auf 600 Stück. Damit bildete unser Panzer IV das Rückgrat unserer deutschen Panzerverbände im Sechsjährigen Krieg. Dank seiner Panzerung von 8cm und so nützlichen Aufbauten wie den Seitenpanzerschürzen war er bis zum Schluß ein guter mittlerer Panzer, der mit seiner langen 7,5cm-Kampfwagenkanone nahezu jeden Feindpanzer erlegen konnte. Seine beiden Maschinengewehre hielten ihm die feindlichen Fußtruppen wirksam vom Leib. Mit seinen 300 Pferdestärken brachte es unser Panzer IV – trotz seines Gewichts von 25 Tonnen – auf 20 Stundenkilometer im Gelände und 40 auf der Straße. Seine Reichweite betrug bis zu 320 Kilometer. Die Besatzung bestand aus fünf Mann. Das Fahrgestell unseres Panzers IV wurde zudem für unser Sturmgeschütz IV, unseren Sturmpanzer IV „Brummbär“, unsere Jagdpanzer IV und Nashorn, unsere Panzerhaubitzen Hummel und Heuschrecke sowie unseren Flakpanzer IV verwendet. In seinen „Erinnerungen eines Soldaten“ kommt unser Generaloberst Guderian immer mal wieder auf unseren Panzer IV zu sprechen: https://archive.org/details/heinz-guderian-erinnerungen-eines-soldaten-1960/

Am 24. Juni verließ ich also um 8.25 Uhr meinen Gefechtsstand und fuhr in Richtung Slonim los. In diese Stadt war inzwischen die XVII. Panzerdivision eingedrungen. Zwischen Rozana und Slonim stieß ich aber auf russische Infanterie, welche durch Feuer die Marschstraße beherrschte. Eine Batterie der XVII. Panzerdivision und abgesessene Kraftradschützen führten an der Straße ein nicht sehr eindrucksvolles Feuergefecht. Ich mußte eingreifen und brachte durch das Feuer meines Maschinengewehres aus dem Befehlswagen den Feind aus seinen Stellungen, so daß ich meine Fahrt fortsetzen konnte. Um 11.30 Uhr traf ich auf dem Gefechtsstand der XVII. Panzerdivision am Westrand von Slonim ein, wo ich außer dem Divisionskommandeur, General von Arnim, auch den Kommandierenden General, Lemelsen, antraf. Noch während unserer Aussprache über die Lage erscholl in unserem Rücken lebhaftes Geschütz- und Maschinengewehrfeuer; ein brennender Lkw versperrte die Sicht auf die von Bialystok heranführende Straße und die Lage blieb solange ungeklärt, bis sich aus dem Rauch zwei russische Panzer abzeichneten, die unter lebhaftem Feuer aus Kanonen und Maschinengewehren nach Slonim hinein strebten, verfolgt von deutschen Panzern IV, die gleichfalls lebhaft feuerten. Die Russenpanzer erkannten unsere Ansammlung, und so erhielten wir eine Anzahl von Granaten auf wenige Schritte, daß uns Hören und Sehen verging. Als alte Krieger hatten wir uns sofort zu Boden geworfen; nur der des Krieges ungewohnte, vom Befehlshaber des Ersatzheeres zu uns entsandte, arme Oberstleutnant Feller, der sich nicht schnell genug hingelegt hatte, wurde recht unangenehm verwundet, ebenso der Kommandeur einer Panzerjägerabteilung, Oberstleutnant Dallmer-Zerbe, der seiner schweren Wunde nach einigen Tagen leider erlag. In der Stadt gelang es, die russischen Panzer außer Gefecht zu setzen. Ich besichtigte anschließend die vordere Kampflinie in Slonim und fuhr dann in einem Panzer IV durch Niemandsland zur XVIII. Panzerdivision. Um 15.30 Uhr war ich wieder in Slonim, nachdem die XVIII. Panzerdivision den Auftrag erhalten hatte, in Richtung Baranowicze vorzugehen, und der XXIX. motorisierte Infanteriedivision aufgetragen war, ihren Vormarsch in Richtung Slonim zu beschleunigen.“

Dieterich Buxtehude

Anno 1707 fand der Heimgang unseres großen deutschen Tondichters Dietrich Buxtehude statt. An diesen wollen wir Panzertiere daher heute ein wenig erinnern und das tun wir natürlich am Besten mit dessen Tondichtungen. Derer gibt es noch 270 Stück. Es sollte also für einen jeden etwas Passendes dabei sein. Das Gesangswerk „Pange lingua gloriosi, corporis mysterium“ trifft meine Wahl: https://www.youtube.com/watch?v=GxXO9F0PEvQ Anno 1668 heiratete unser Tondichter Margaretha Tunder, mit der er fünf Töchter hatte.